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technical Diving

“Was ist eigentlich Technical Diving”?

Sind das nun eigentlich Taucher, die Riesenflaschenpakete mit sich rumschleppen oder ist es nur ein Modetrend der Tauchindustrie? Ist ein Taucher, der sich ein Tec-Jacket gekauft hat weil es “in” ist, ein Teci Diver? Ist ein Nitrox Diver oder ein Taucher der mit einem halbgeschl. oder ganz geschlossenem Kreislaufgerät taucht, ein Teci Diver?
Versuchen wir einmal eine Erklärung für Technical Diving zu finden, die allgemein verständlich ist. Schon die alten Griechen hatten einen allgemeinen Begriff für Technik und bedeutet eigentlich ein bestimmtes Ziel zu erreichen, mit den zweckmäßigsten und wirtschaftlichsten Mitteln, bedeutet aber auch, unsere menschliche Fähigkeit mit besonderen Methoden oder Geschicklichkeit auf einem bestimmten Gebiet tätig zu sein. Vereinfacht ausgedrückt steht techn. Diving irgendwo zwischen Sporttauchen und Berufstauchen. Sporttauchen ist für jedermann, egal ob dick oder dünn, egal ob reich oder arm. Anfang des Jahres erst wurden die Einstiegsbedingungen für die “Jüngsten” erleichtert, es gibt den sogenannten “bubble maker”. Eintrittsalter 8 Jahre. Die älteste aktiveTaucherin dürfte wohl Leni Riefenstahl mit 96 Jahren sein.

Die Regeln sind auch klar, jedem der die gesundheitlichen Voraussetzungen mitbringt, ist der Sport zugänglich. Damit auch alle, die die Voraussetzungen mitbringen, diesen Sport ausüben können, muß er sicher und beherrschbar sein. Es gibt bestimmte Sicherheitskonzepte: Tauche nie allein, Tiefenlimits (Für den Anfänger 18 m, Fortgeschrittene bis max. 40 m), keine dekompressionspflichtigen Tauchgänge, Flaschen nicht leeratmen ecc. Für gewöhnlich wird mit Preßluft getaucht, die Ausrüstung ist preiswert und einfach zu pflegen und zu warten, die Luft ist fast überall erhältlich.
In der Berufstaucherei gelten andere Regeln, die haben mit der Sporttaucherei überhaupt nichts mehr zu tun. Die Ausrüstung wird auf den jeweiligen Arbeitsauftrag ausgerichtet. Tauchen bei überhaupt keiner -, oder bei nur schlechtesten Sichtverhältnissen, Tauchen mit Helm, Tauchen mit verschiedenen Gasen, Dekompressionstauchgänge, Tauchen im Off-shore-Bereich (Ölplattformen), Tauchen in Kernkraftwerken, das alles ist der Bereich der Berufstaucherei. Die Kosten für Spezialgase, Spezialausrüstung, Betreuung, Dekompressionskammern und Sicherungssysteme sowie für medizinische Betreuung sind enorm.
Technical Diving liegt irgendwo dazwischen, auch da kann der Materialaufwand enorm sein; von technischen Tauchern werden aber auch teilweise Leistungen vollbracht (Höhlentauchen zum Beispiel), die selbst für Berufstaucher nur schwer durchführbar wären. Die Sporttauchergrenzen werden überschritten, es gelten neue oder zusätzliche Regelungen. Vernünftige Ausbildung ist ein absolutes Muß. Genaueste Planung der zu absolvierenden Tauchgänge und auch die Durchführung genau nach Plan eine Selbstverständlichkeit. Ausrüstungskonfigurationen, Gasmanagement und ständiges Überprüfen der Ausrüstung ist kennzeichnend für Technical Diving. Um ein paar Beispiele zu nennen: Der Sauerstoffpartialdruck sollte in der Tiefe 1,4 bar nicht überschreiten, man sollte nicht mehr als 100 CNS% (Kontrollgröße für die Vergiftung des Zentralnervensystems mit Sauerstoff) akkumulieren. Mindestens 1/3 (rule of third) des mitgeführten Gases wird als Notfallreserve eingeplant. Redundanz das oberste Gebot (gesamte Ausrüstung muß mindestens 2x vorhanden sein), also Messer, Tiefenmesser, Zeitmeßinstrument, Computer, Tauchgangsplan! Lungenautomat ecc. Nicht jenseits der Ausbildungsgrenzen tauchen. Berücksichtigung der Auskühlung des Körpers. Führungsleine bei Penetration (Höhlen oder Wracktauchen) die bis ins Freiwasser reicht. Die Liste ist selbstverständlich nicht vollständig.
Technical Diving ist nicht eine neue Methode amerikanischer Verbände, wieder neues Geld zu verdienen!
Technical Diver sind keine Rambos, keine Machos, die sich hohem Risiko aussetzen.
Nur dumme und ignorante Taucher stürzen sich mit einer 10 l Preßluftflasche auf 80 m oder sogar noch tiefer frei nach dem Motto:” Solange nichts schiefgeht, geht alles glatt”!
Der Teci plant genau seinen Tauchgang für die max. Tiefe die er aufsuchen will und wählt die entsprechenden Atemgase und die Ausrüstung. Und hier schließt sich wieder der Kreis zur Frage: “Was eigentlich ist Technical Diving”? Die Antwort dürfte jetzt nicht mehr allzuschwer fallen:
“ Technical Diving ist das Tauchen über die klassischen Sporttauchgrenzen hinaus”!

Axel Horn
ANDI-IT # 83

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